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Das Magazin für Land & Leute im Ostkreis Uelzen und Umgebung.
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Aktuell und regelmäßig liefert der Wipperau-Kurier, das Magazin für Land und Leute des Ostkreises Uelzen und des angrenzenden Wendlandes, Informationen für unsere Region – aus unserer Region.
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Der Wipperau-Kurier erscheint alle drei Monate (Februar, Mai, August, November) und wird kostenlos an alle Haushalte der Samtgemeinde Rosche  über die Deutsche Post AG sowie über zahlreiche Auslagestellen im regionalen Handel verteilt.


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Göddenstedt

Aus der Geschichte eines kleinen Dorfes

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Der Lüneburger Heidekalender erschien 1950 im
Verlag der Lüneburger Landeszeitung in Lüneburg und
konnte damals für 1 DM erworben werden.
Sammlung: Kasper Schlagte


Jedes Fleckchen Erde hat seine eigene Geschichte. Mit der Hilfe unseres Lesers Albert Kasper recherchierte die Redaktion des Wipperau-Kuriers in der Geschichte des Dorfes Göddenstedt. Im Heidekalender der Lüneburger Landeszeitung aus dem Jahr 1950 entdeckten wir folgende Geschichtsschreibung, die wir hier gekürzt wiedergeben:

Tipp: Hier können Sie die ungekürzte Fassung kostenlos als PDF-Datei herunterladen!


Fernab vom Verkehr liegt im Ostteil des Kreises Uelzen in stiller Einsamkeit das Dörfchen Göddenstedt. Umrahmt von den Wäldern der Teyendorfer und der Göddenstedter Forste ist es eingebettet in die weitausholende Wasserschleife, welche die Wipperau um den Ort gelegt hat, deren Ufer weithin ein Wiesenteppich in üppigem Grün schmückt.


Handelsstraße im Mittelalter
Einst zog die große Handelsstraße von Lüneburg nach Magdeburg an diesem kleinen Ort vorbei, auf der schwerbepackte Wagen in vielspännigem Zug unter dem Schutze bewaffneter Begleiter landauf und landab zogen und wertvolle Güter beförderten. Tief eingefurchte Wagenrinnen hatten sich in die sandigen Wege gedrückt, die heute nur noch von Forstleuten und Holzfuhrwerken benutzt werden. Aufgrund dieser schwerbefahrenen Straße war Göddenstedt auch von vielen Raubrittern bewohnt, die den Durchfahrenden schlimm zugesetzt haben. Die Stille der einsamen Waldwege verrät nichts mehr von der einstigen Bedeutung dieses heute so weitabgeschiedenen Dorfes. Am Mühlenberg gefundene Urnen sind Indiz für die geschichtliche Bedeutung dieser Region, die weit in die Vorzeit zurückreicht.

Der Göddenstedter Adel
Zum ersten Mal wurde Göddenstedt zwischen 1330 und 1340 urkundlich erwähnt, weil die Brüder Ritter Grote ihr Göddenstedter Gut aufgrund einer Erbteilung verkauften. Das Kloster Oldenstadt kaufte im Jahre 1405 das ganze Dorf – doch nur drei Jahre später fiel das Dorf in den Besitz der Familie von dem Knesebeck.
Das Kloster jedoch behielt sich damals das Recht auf den Zehnten vor. Dieser Zehnte bildet künftig für die Göddenstedter Bauern eine große Belastung. Sie hatten den Kornzehnten jährlich dem Kloster Oldenstadt abzuliefern und dazu die erschwerende Verpflichtung, die Getreideernte nicht früher einzufahren, bis sie auf dem Feld gezehntet worden war. Zu dieser Abgabepflicht kamen noch die Hand- und Spanndienste und die besonderen Dienstleistungen für den Gutsherrn, die, wenn sie auch nicht allzu drückend waren, das Leben der Bauern doch erschwerten. Bis zum Dreißigjährigen Kriege folgten noch zahlreiche weitere Verpfändungen, Käufe und Erbgänge des adeligen Ansitzes. Bekannt sind hier unter anderem die Familien von Estorff, von Klenke, von Bodendiek und von Bülow.

Eigene Schule und Kapelle
Als Anfang des 17. Jahrhunderts Werner von Bodendiek auf dem Gutshofe saß, ließ er in Göddenstedt eine eigene Kapelle errichten.
Aus einigen erhaltenen Schriften geht hervor, dass er den Bau aufgrund eines heftigen Streits mit dem Roscher Pastor veranlasste. Werner von Bodendiek schrieb im Jahre 1604: „… weil der Roscher Pastor zum heftigsten zuwider gewesen, sintemalen er mich auf der Kanzel angreift …“. Und der Roscher Pastor bemerkte voller Ironie: „… weil den Herrschaften der Weg nach Rosche zu weit war …“.
Bis zum Zweiten Weltkrieg hing die Glocke der damals errichteten Kapelle noch auf dem Gutshof. Ihre Inschrift lautete: „Ps. 117,2: Gottes Gnade und Wahrheit waltet über uns in Ewigkeit. Der Edler. Ehrenvaster, Gestrenger Werner von Bondieke, aufgesessener zu Godenstede
hat diese Glocke gießen lassen im Jahre 1623.“ Noch im selben Jahrhundert wurde die Kapelle jedoch wieder abgerissen und im benachbarten Dalldorf neu gebaut. Die alte Göddenstedter Glocke ist den Kriegsforderungen zum Opfer gefallen.

Zurück im Familienbesitz
Im Jahre 1854 kaufte Graf Grote gegen 80.000 Taler Göddenstedt zurück. Damit war nach langer Zeit ein Besitztum wieder in die Hand der Familie zurückgekehrt, deren Vorfahren einst um 1330 den Besitz im Erbteilungsgang verkauft hatten. Das Gut Göddenstedt zeichnete sich dadurch aus, dass zu ihm neben zahlreichen Höfen, Kastellen und anderen Besitzungen und Rechten die Gerichtsbarkeit, das ganze Dorf Göddenstedt, eine Mühle und eine Schmiede gehörten.
Der Brückenbau über die Wipperau wurde im März 1863 beschlossen und 1890 errichtete Göddenstedt zusammen mit Teyendorf eine eigene Schule, die den schulpflichtigen Kindern den weiten Weg nach Rosche ersparte.
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Diese Ansichtskarte wurde im Jahre 1918 aus Göddenstedt nach Kiel verschickt.


Göddenstedt im Jahre 1950 Göddenstedt ist heute wie unser ganzes weites Land eingespannt in die Sorgen der Zeit. Seine Einwohnerzahl hat sich gegenüber 1939 mehr als verdoppelt und in seinen Mauern sitzen wie überall Menschen aus dem Osten, die heimatlos werden mussten. So gut es geht, stehen sich Alteingesessene und Neubürger in dieser schweren Zeit bei. Aber der Boden kann den vielen auf die Dauer nicht das tägliche Brot geben. So treffen sich die Wünsche aller in einem Punkt, die lauten: Der Herrgott möge den Menschen die Heimat erhalten und sie denen, die sie verlieren mussten, wieder zurückgeben, damit Friede ins geplagte Land einziehen kann und die Menschen Ruhe finden.  






Bild "Cover_Kirchen_Kloester_Kapellen.jpg"Eine faszinierende Reise durch 1000 Jahre lebendige Kirchengeschichte und
Baukunst in Niedersachsen.

ISBN 978–3–940189–14–1
1. Auflage; Erscheinung: Dezember 2015
Hardcover, Umfang: ca. 200 Seiten
Autor: Christian Wiechel-Kramüller
Verlag: Bahn-Media Verlag, Telefon: 05820 970 177 0
Im Buchhandel erhältlich oder direkt beim Verlag: orga@bahn-media.com


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